Starke Stellung im Automotivbereich

TÜBINGEN. Für die Rökona GmbH & C. KG (Tübingen), Hersteller von technischen Textilien, war 2013 »ein insgesamt exzellentes« Geschäftsjahr. 36 Millionen Euro Umsatz waren erwirtschaftet worden. Auch in 2014 soll es ein spürbares Plus geben. 40 Millionen Euro können es in diesem Jahr werden, sagt Arnd-Gerrit Rösch, geschäftsführender Gesellschafter der Rösch-Gruppe. Rökona ist zu 100 Prozent im Besitz der Gerhard Rösch GmbH. Mit »bescheiden positiv« bewertet der Unternehmer aber den Ertrag.

Die meisten Impulse kamen von den Kunden aus dem Kreis der Automobilzulieferer. Die Geschäfte mit ihnen steuern 80 Prozent zum Umsatz bei. In nahezu allen Autos deutscher Hersteller und in vielen Autos ausländischer Hersteller finden sich Produkte des Tübinger Traditionsunternehmens. Der weitaus größte Teil davon geht in den Export.

Die technischen Textilien werden für die Innenausstattung der Autos (Mobiltech) benötigt, erläutert Rökona-Geschäftsführer Arved Westerkamp: Es sind dies die Bereiche Trim (Dachhimmel und Säulen), Beschattungstextilien (Panoramadächer), Cabrio (Innenhimmel), und Windschott. In diesen Produkten konnten in der jüngsten Vergangenheit große Aufträge hereingenommen werden. Dazu beigetragen hätten viele Prozessinnovationen, heißt es.

Zum Bereich »Multiple Markets« gehören Produkte im Bekleidungssektor Clothtech). Textilien erhalten über eine Veredelung eine bestimmte Funktion. Auch im medizinischen Sektor (Medtech) finden technische Textilien Verwendung. Prämiert wurde jüngst ein Produkt, das Waldarbeiter vor Verletzungen beim unsachgemäßen Gebrauch von Motorsägen schützt (Protech). Hier war intensiv mit der Hochschule in Rottenburg zusammengearbeitet worden. Westerkamp freut sich über eine Monopolstellung auf diesem Gebiet. Zusätzlich wird der Bereich nicht-automobile Anwendungen ergänzt durch die Entwicklung und Konfektion von Kindersitzbezügen (Indotech). Zusammengearbeitet wird bei den technischen Textilien mit mehreren Hochschulen und Forschungsinstituten. Genannt werden die Hochschulen Reutlingen, Albstadt, Rottenburg und das DITF Denkendorf.

Alle Fertigungsstufen

Rökona verfügt in Tübingen über alle Fertigungsstufen: Von der Wirkerei, bis zur Veredelung, Färberei und Ausrüstung, Kaschierung, Rauerei und Warenschau. Damit werde man allen Anforderungen an Technologie, Prozesssicherheit und Logistik gerecht Rökona beschäftigt in Tübingen 196 Mitarbeiter, erläutert Personalchefin Melanie Müller. In Ungarn sind 300 Personen beschäftigt, die aber für Rösch und Rökona arbeiten. Am Standort Tübingen sind insgesamt 325 Personen tätig. In der Gruppe verlaufe die Entwicklung sehr dynamisch. Die Gerhard Rösch GmbH hält im Geschäftsbereich Mode alle Anteile an der ungarischen Fertigungsstätte Rösch Mode Kft, Kecskemet sowie an der Vertriebsgesellschaft Lingerie Louis Féraud Mode GmbH, Tübingen.

In Ningbo (China) existiert mit den Partnern Zöeppritex (Gerstetten-Heldenfingen) und einem chinesischen Betrieb das Joint-Venture Hua Zhong. Dieses Unternehmen hat 60 Mitarbeiter, soll aber aufgestockt werden. Eine Färberei und eine Ausrüstung sollen hinzukommen. Damit werde eine Vollstufigkeit in der Produktion erreicht.

Ein wichtiges Thema ist die Qualifikation der Mitarbeiter, sagt Melanie Müller. Die Faszination Textil werde auch nach innen gelebt und soll auch mehr nach außen getragen werden. Auf diese Weise sollen auch Fachkräfte rekrutiert werden - nicht nur aus Deutschland. Die Beschäftigung von Frauen beschränkt sich in der Rösch-Gruppe nicht nur auf den Produktionsbereich. Auch Führungspositionen sind mit Frauen besetzt. Auch Ingenieurinnen sind darunter. (GEA)

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